Die Benachteiligung von Gläubigern bei Insolvenz

Die Benachteiligung von Gläubigern bei Insolvenz

Wenn Sie als Geschäftsführer vorhersehen, dass es eine Insolvenz geben wird,  empfiehlt es sich Rat einzuholen,  welche Handlungen noch zulässig sind und welche nicht. Wir können Sie über Ihre Position als Geschäftsführer bei drohender Insolvenz Ihres Unternehmens beraten.

Bei einer Benachteiligung von Gläubigern kann der Insolvenzverwalter bestimmte Vorgänge (wie Zahlungen) rückgängig machen, wenn sie im Zeitraum vor der Insolvenz durchgeführt wurden.

Wird ein bestimmter Gläubiger noch kurz vor der Insolvenz bezahlt, so wird dieser begünstigt und andere Gläubiger benachteiligt. Es kommt oft vor, dass ein Geschäftsführer einer Gesellschaft kurz vor der Insolvenz schnell noch eine Zahlung an den Mutterkonzern (Holding) oder einen Schwesterbetrieb veranlasst. Beispiele dafür sind eine Rückzahlung eines Darlehens und Gehaltszahlungen an die Angestellten oder den Geschäftsführer. Erfolgt eine solche Zahlung unter Kenntnis der bevorstehenden Insolvenz, so kann die Zahlung durch den Insolvenzverwalter rückgängig gemacht werden, selbst wenn es sich um eine Schuldzahlung handelte. Das einer Insolvenz zugrunde liegende Prinzip ist, dass alle Gläubiger gleich viel oder gleich wenig erhalten.

Ein weiteres Beispiel für eine Anfechtung ist eine Spende oder der Verkauf von Waren für einen zu niedrigen Betrag. Hierbei handelt es sich um häufige Fälle von Insolvenzbetrug. Vor allem Vorgänge, die innerhalb eines Jahres vor dem Zeitpunkt der Insolvenz begangen wurden, werden kritisch vom Insolvenzverwalter beäugt.

Hier einige Beispiele aktueller Fragen an unsere Anwälte im Bereich Benachteiligung von Gläubigern bei einer Insolvenz:

  • Als es der Firma schlecht ging, stellte die Holdinggesellschaft einen Betrag zur Rettung zur Verfügung. Es stellte sich heraus, dass das Unternehmen nicht gerettet werden konnte und das Darlehen wurde zurückgezahlt. Kurz danach wurde Konkurs angemeldet. Der Insolvenzverwalter fordert diesen Betrag zurück und argumentiert, dass zu dem Zeitpunkt nicht hätte zurückgezahlt werden dürfen, zu dem die bevorstehende Insolvenz offensichtlich war. Ist das richtig?
  • Ich habe einen Anspruch gegen einen zahlungsunfähigen Betrieb. Kurz vor dem Konkurs wurden alle Gläubiger ausbezahlt, außer ich. Was kann ich tun?
  • Ich habe kurz vor dem Konkurs Güter an ein anderes Unternehmen von mir verkauft. Die Rechnungen werden durch noch ausstehende Schulden ausgeglichen. Der Insolvenzverwalter ist der Ansicht, dass dies nicht rechtens war und hat die Ware zurückgefordert. Was kann ich tun?
  • Ich bin Gläubiger in einem Insolvenzverfahren, aber der Insolvenzverwalter setzt sich zu wenig für meine Interessen ein. Betrugsdelikte kurz vor der Insolvenz werden nicht ausreichend untersucht. Was kann ich tun?
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