OrangGO

OrangGO

Im Dezember 2014 starteten neun ehemalige Mitarbeiter eines bankrotten IKT-Unternehmens in Zwolle ein neues Unternehmen: OrangGO. Spezialisiert auf die Entwicklung anspruchsvoller Software. Expertise und Ehrgeiz waren in Hülle und Fülle vorhanden. Allerdings erforderte die Komplexität der Organisationsstruktur und der Vertragsgestaltung spezifisches und umfangreiches juristisches und steuerliches Wissen.

Deshalb zog das Unternehmen De Haan Rechtsanwälte & Notare hinzu. Insbesondere Albert Kraster, der seit 2002 als Notar für die Kanzlei tätig und auf Unternehmensrecht, Gesellschaftsrecht und Immobilienrecht spezialisiert ist. Zudem hat er einen pragmatischen Zugang zu notariellen Rechtsfragen und handelt praxisorientiert. Diese Kompetenzen kamen bei der Gründung von OrangGO sehr gelegen.

Ausgangspunkt
Im Oktober 2014 ging das Unternehmen ICT Salland Engineering Software aus Zwolle bankrott. Die Vermögenswerte von Salland wurden teilweise von den amerikanischen multinationalen PDF Solutions übernommen. Anschließend hat PDF einige Software-Spezialisten von Salland gebeten, ein Unternehmen zur Übernahme von Support und Wartung der bestehenden Produkte zu gründen. Dies im Rahmen der Zusage eines Exklusivvertrags.

Daraufhin beschlossen neun Spezialisten, ihre Kräfte zu bündeln und gemeinsam den Sprung in die Selbständigkeit zu wagen. Als komplementäre Partner, die jeweils über ihre eigene Expertise verfügen. ,,Das ist von Anfang an der Ansatz gewesen", so André Stoelwinder, einer der Partner. „Wir konnten diesen Schritt nur als Team gehen. Die gesamte Expertise war erforderlich, um uns dem Kunden zu verpflichten."

Fragen
Bei der Konkretisierung der Initiative wurden verschiedene Fragen thematisiert. ,,Die Suche nach einer guten Unternehmensstruktur, der Vertragsabschluss mit einem amerikanischen Geschäftspartner und die Gründung eines Unternehmens mit neun Partnern. Und der Wunsch, so bald wie möglich beginnen zu können", erklärt Albert Kraster.

Vertrag
Das war keine einfache Sache, da neben den rechtlichen Elementen auch der „menschliche Aspekt“ eine Rolle spielte. Diese Vereinbarung war nicht leicht, denn zusätzlich zu den rechtlichen Fragen hat auch die "menschliche Seite" eine Rolle gespielt. „Vor allem, weil jeder Unternehmer werden musste, wohingegen wir von Haus aus Technik-Freaks sind", so Partner Henri Hannink. „Dies erfordert eine andere Mentalität, wobei sowohl Absprachen hinsichtlich der Vorteile als auch über verschiedene Bedingungen und Risiken gemacht werden. Das kann ein Stolperstein sein und muss somit richtig geregelt werden. Glücklicherweise konnten wir uns immer auf die Expertise von Albert verlassen und ihm Fragen vorlegen.“

Kraster: „Ich denke, dass dies über die Rechtsberatung hinaus auch meine Rolle ist. Auf der Basis einer guten Vertrauensbeziehung, weil diese die Grundlage sein sollte. Durch meinen eigenen Werdegang begann ich einmal als Unternehmer und ich weiß, was die Gefahren sind und wie zu handeln ist. Aber ich verstehe auch die Empfindlichkeiten. Es ist völlig logisch, dass auch der „eigene Bereich“ Fragen hat. Für ein Unternehmen mit neun Partnern gilt dies in besonders starkem Maß. In dieser Hinsicht ist es ein Zusammenspiel zwischen den Partnern, den eigenen Bereichen und dem Rechtsberater. Wobei der Rechtsberater einen deutlichen Mehrwert bietet."

Sie brauchen Beratung, ansonsten funktioniert es nicht.

Struktur
Das Unternehmen wurde auf der Grundlage der guten Vertrauensbeziehung von der Pike auf aufgebaut. Angefangen mit der Unternehmensstruktur, die eine angemessene Form erforderte. Dies resultierte auf Anraten von Albert Kraster in einer Holdingstruktur mit einer Tochtergesellschaft, einer Zwischenholding und darüber hinaus in neun persönliche Beteiligungen. Diese Struktur wurde mittels einer Kooperationsvereinbarung zwischen den neun Partnern perfektioniert.

Nachdem die Gründung besiegelt war, widmete sich Kraster auch dem Vertrag mit dem amerikanischen Auftraggeber. Aufgrund des Konflikts zwischen dem amerikanischen und niederländischen Recht ein schwieriges Thema. Nach Absprache mit dem Kunden wurde ein guter Modus gefunden.

Überraschend effizient
Trotz der Komplexität der Faktoren wurde die Gründungsurkunde bereits nach kaum zwei Wochen unterzeichnet. „Dieses Dossier ist überraschend gut und vor allem sehr effizient verlaufen", so Kraster. „Die Zusammenarbeit war sehr konstruktiv und von dem Ehrgeiz getrieben, etwas Gutes darzulegen. Dabei haben alle Parteien hervorragend mitgewirkt. Durch die Erfüllung von Zusagen, konkret sein und bei Bedarf schnell zu schalten. Dies hat in einer gewaltigen Dynamik und schließlich zu einem wunderbaren Unternehmen geführt."

Software
Im Dezember 2014 nahm das Unternehmen schließlich unter dem Namen OrangGO seine Geschäftstätigkeit auf, wobei sich der Name auf die Niederlande (Orange) bezieht und „GO“ als Zeichen für Ehrgeiz steht. OrangGO entwickelt Software. „Wir entwickeln Software, die die Halbleitertests verbessert, effizienter und schneller macht", erklärt Henri Hannink. „Man denke dabei an Chips, die sich in fast allen elektronischen Geräten befinden. Fernseher, Telefone,  Kameras, Autos und Millionen von anderen Produkten."

„Diese Chips werden nur eingebaut, wenn nachgewiesen ist, dass sie richtig funktionieren. Dem geht ein ganzer Prozess der Entwicklung, Produktion und Prüfung voraus. Wir probieren, das Testverfahren mit unserer Software 1 auf Mikroniveau zu verbessern. Unser Produkt ist somit eigentlich Wissen; die Expertise, die unser Unternehmen zu bieten hat.

Zukunft
Das Wissen ist dermaßen speziell, dass OrangGO in Europa keine Konkurrenz hat. Derzeit arbeitet das Unternehmen exklusiv für PDF Solutions, mit denen ein Einjahresvertrag abgeschlossen wurde, mit der Option auf eine Verlängerung um zwei Jahre. Trotzdem schauen die Herren bereits demonstrativ in die Zukunft. „Wir sind ehrgeizig und das ist eine gute Basis, um langfristig auch andere Kunden zu bedienen. Wir sollten bald mit Albert Kraster darüber reden", sagt Hannink bedeutend.

In Bezug auf die technologischen Entwicklungen blickt OrangGO einer wunderbaren Zukunft entgegen. Stoelwinder: „Chips werden in den kommenden Jahren eine entscheidende Rolle spielen. Zum Beispiel in der Automobilindustrie, Medizintechnik und auch im Alltag verwenden wir immer mehr Elektronik. Die Möglichkeiten sind grenzenlos. Dafür sind wir teilweise selbst mitverantwortlich."

Zufriedenheit
Zurückblickend auf die gesamte Strecke dominiert bei den Herren große Zufriedenheit. „Wir haben uns als Team auf das Abenteuer eingelassen und sind zu großen Unternehmern herangewachsen. Mit einer Holdinggesellschaft, einem Tochterunternehmen und neun persönlichen Beteiligungen. So etwas bedenkt man nicht im Voraus und es bedarf Rat und Unterstützung, weil es sonst nicht funktionieren wird. In diesem Prozess hat De Haan eine sehr wichtige Rolle gespielt, wobei es von großem Vorteil war, dass die Linien kurz waren."

Beratung
Albert Kraster nickt zustimmend. „Das ist auch ein wichtiges Merkmal unserer Kanzlei. Ebenso wie die Tatsache, dass wir bei komplexen Fällen gut sind und Unternehmern damit einen klaren Mehrwert bieten. Mit Beratung, Aufmerksamkeit, Zeit, Expertise und schnellem Schalten. Mit dem Ziel, ein für den Kunden optimales Ergebnis zu erzielen."

„Unternehmern, die ein Unternehmen gründen, gebe ich deshalb immer den Rat: Suchen Sie im Vorfeld einen guten Buchhalter, Steuerberater, Rechtsanwalt und Notar, auch wenn Sie diesen nicht sofort benötigen. Setzen Sie Spezialisten ein, auf die Sie bei Bedarf zurückkommen können, um schnell reagieren zu können und bei denen Sie in guten Händen sind. Das kann Probleme vermeiden und macht Sie als Unternehmer letztlich stärker und erfolgreicher.“