Stiftung WAG

Stiftung WAG

Lolke Weegenaar ist Vorsitzender der von De Haan Rechtsanwälte & Notare gegründeten Stiftung „Wertminderung durch Erdbeben Groningen“ (WAG). Er vertritt etwa 600 Eigentümer, die für die Wertminderung ihrer Immobilien ehrlich und unmittelbar entschädigt werden möchten: „Es geht um unser Recht, unser Geld und unsere Emotionen!“

Erschrocken
Weegenaar weiß, welche ungeahnten Schäden die NAM-Erdbeben an Haus, Herd und Gemütszustand anrichten können. Sein selbst renoviertes Landgut „Oudebosch“ in Onderdendam musste schwere Schläge einstecken. „Am 16. August 2012 lag ich lesend im Bett, als plötzlich die Holzkonstruktion des Bauernhofs heftig zu beben begann. Die alten Balken knackten, das Geräusch des reißenden Marmors war einfach beängstigend.“

Weegenaar sprang aus dem Bett, holte seinen Sohn aus dessen Zimmer, rannte nach draußen und entdeckte später, dass sich an diesem Sommerabend in Huizinge, das lediglich ein paar Kilometer von Wegenaars Landgut entfernt lag, ein Erdbeben ereignet hatte. Das Beben hatte eine Stärke von 3,6 und war somit das heftigste von allen.

Erkenntnis
Nach diesem Beben häuften sich bei Weegenaar die Schadensmeldungen. Als am 7. Und 8. Februar 2013 zwei Beben in Zandeweer folgten und bei Weegenaar und einem Schwesternbauernhof „Grote Haver“ wiederum erheblicher Schaden entstand, war er es leid. „Plötzlich erkannte ich, dass allem, für das ich jahrelang zuvor gekämpft hatte, mutwillig bleibender Schaden zugefügt wurde.“

Der indirekte Schaden, wie die Wertminderung an Weegenaars Immobilie, wurde überdeutlich, als sich nach dem plötzlichen Tod seiner Frau Käufer für seinen schönen Besitz meldeten. „Ihre erste Frage war, ob ich im „Erdbebengebiet“ wohnte, die zweite, ob die Erdbeben Schaden verursacht hatten. Ich legte schnell auf.“ Bei Weegenaar kamen mehr Erinnerungen und Emotionen hoch. „Ich habe dieses Landgut mit meiner Frau aufgebaut. Als der Wert unseres kostenbaren Besitzes infolge der Erdbeben zu verpuffen schien, wurde ich böse. Ich fand, dass es Zeit wurde zu handeln.“

,,Es geht um unser Recht, unser Geld und vor allem um unsere Emotionen."

Sammelklage
Weegenaar rief Hans Silvius von De Haan Rechtsanwälte & Notare an. „Hans versteht schnell und fasst sich kurz, also beteilige ich mich gerne daran. Aufgrund meiner Arbeit hatte ich bereits verschiedene Dossiers bei De Haan eingereicht und ich habe sehr gute Erfahrungen mit der Kanzlei gemacht. Ich erzählte Silvius, dass ich eine Sammelklage (Gruppenforderung) anstreben wollte, um so die Wertminderung vieler Immobilienbesitzer einzuklagen. Ein bisschen amerikanisch, aber in dieser bizarren und unehrlichen Wirklichkeit ein starker Weg, um Zähne zu zeigen.

Der Zufall wollte, dass De Haan Advocaten & Notarissen auch gerade an dem Punkt stand, um die Stichting WAG zu lancieren. „Ich wurde buchstäblich zum ersten Teilnehmer und sofort zum Vorsitzenden ernannt.“ Seine Teilnahme ist eine Selbstverständlichkeit. „Der Kostenaspekt ist interessant, die Tarife für die Erfolgsprämie finde ich  fair und ich glaube an diese Form der Sammelklage. Als Vorsitzender kann ich meine Erfahrung und Qualitäten einsetzen, um anderen Geschädigten zu helfen. Zudem fühle ich mich verpflichtet, das Kulturgut meines Lebensumfeldes zu verteidigen. 2002 bin ich nach dreiundzwanzig Jahren Amerika und Schweiz bewusst in meinen Geburtsort zurückgekehrt. Wegen der Ruhe, des Platzes und der Menschen. Leider wendet sich das großzügige Geschenk aus dem Boden nun gegen die Bewohner."

Lob
Über die Zusammenarbeit mit den Spezialisten von De Haan äußert sich der Vorsitzende lobend. „Was Pieter Huitema enthüllt hat, passt alles perfekt zusammen. Zudem war er Tag und Nacht zur Stelle, ist erreichbar und engagiert.“ Weegenaar hebt ausdrücklich die Stärke des Kollektivs hervor. „Die Kanzlei kann durch ihr Volumen schnell operieren, Spezialisierungen verknüpfen und publizistisch hart auf die Trommel schlagen. Hier herrscht außerdem ein Unternehmergeist, der bei anderen Kanzleien häufig fehlt.“

Verhandlungsstärke
In seinem ersten Jahr als Vorsitzender wurden Schritte unternommen, aber Weegenaar möchte mehr erreichen. „Die angebotene Kompensationsregelung ist eine reine Formsache! Aber die gesammelten Beweise sind günstig für unser juristisches Verfahren, darum haben wir der NAM am 24. Januar 2014 selbstsicher die Vorladung zugestellt.“

Bis jetzt befasste sich Weegenaar intensiv mit der Erfassung von Daten, dem Führen von Gesprächen und der „Verbreitung“ der Mission. Jetzt heißt es abwarten. „Ich kann die Justiz nicht beeinflussen, aber nach dem Erlass eines Feststellungsurteils hoffe ich, am Verhandlungstisch zu sitzen, denn dort kommt mein Verhandlungsgeschick gelegen. Das wünsche ich mir!“